Eine positive Veränderung, die ich in meinem Leben vorgenommen habe, hat einen Domino-Effekt positiver Gewohnheiten ausgelöst.
Vor fast 40 Jahren fand das Buch „Endzeit für Tiere: Ein Aufruf zu ihrer Befreiung” von Sina Walden und Gisela Bulla aus dem Jahr 1984 seinen Platz in meinem Bücherregal. Auf dem Cover war ein einzelnes Äffchen in einem Käfig mit Gitterboden abgebildet. Es kauert in einer Ecke, die linke Hand ruht auf dem Schädel, die rechte Hand stützt den linken Unterarm. Es stiert vor sich hin. Laut Inhaltsbeschreibung sollte es um Tierversuche, Nutztiere, Haustiere, Wildtiere, Zoos, modische Nerze, Jagd und Fleischkonsum gehen. Ich mied das Buch wie der Teufel das Weihwasser. Mein Unterbewusstsein wusste, dass nach dem Lesen dieses Buches nichts mehr so sein würde wie vorher. Ich habe es bis heute nicht gelesen. Denn das, was wir allen Tieren – direkt oder indirekt – antun, übersteigt das Vorstellungsvermögen jedes Einzelnen.
Vor fast genau 14 Jahren holte mich das Thema dann doch ein. Eine Mutter und Studentin des Umweltingenieurwesens begegnete mir virtuell, wir hatten einen sehr ähnlichen Musik- und Kabarettgeschmack. Sie ernährte sich rein pflanzlich und erzählte mir, warum. Langsam begann ich, meine Ernährung zu verändern. Ich aß weniger Fisch, Fleisch und Wurst und wurde im Laufe der nächsten vier Jahre fast Vegetarier. Vor fast genau zehn Jahren wurde eine andere virtuelle Bekannte eine reale Kollegin. Auch sie ernährte sich rein pflanzlich und gab mir den letzten Anstoß, vollständig auf tierische Produkte zu verzichten.
Ich beschäftigte mich intensiv mit vollwertiger Ernährung und machte mir einen Plan. Da ich vor zehn Jahren Übergewicht hatte, nutzte ich die Gunst der Stunde, um abzunehmen. Nach einem halben Jahr waren Blutdruck- und Cholesterinsenker unnötig. Ich begann zu joggen. Seitdem halte ich mein normales Gewicht und bin altersgerecht wohlauf. Nach und nach stellte ich alles, was ich kaufte, auf tierleidfreie Produkte um. Heute kaufe ich ca. 99 Prozent aller Produkte tierleidfrei, wobei es schwierig bleibt, tierversuchsfrei zu leben, da diese Informationen von den Herstellern gerne verborgen werden.
Der Blick auf das Tierleid öffnet auch den Blick auf das Leid der Menschen und die Verbrechen an unseren Lebensgrundlagen.
Hier nur einige weitere Stichworte: Klimakatastrophe (Erderwärmung, Verbrennung fossiler Brennstoffe), Ewigkeitschemikalien aus Erdöl, (Plastik-)Vermüllung (Plastik aus Erdöl), Kriege (Kämpfen und Überfallen statt Verhandeln, Verhandlungen torpedieren), Atommüllkatastrophe.
Ich lebe flug- und autofrei. Mein Stromverbrauch ist minimal. Ich trinke Leitungswasser. Ich verzichte auf Coffee-to-go. Ich wohne auf weniger als 30 Quadratmetern, ernähre mich nahezu tierleidfrei und kleide mich entsprechend. Eine Baustelle ist noch, auf Flugobst und -gemüse zu verzichten. Ich scheitere daran, plastikverpackungsfrei zu leben.
Das unsägliche Leid der Tiere an mich heranzulassen, war die beste Entscheidung und die positivste Veränderung in meinem Leben.
Die abgebildete Postkarte stammt von der „Initiative Psychologie im Umweltschutz” (https://ipu-ev.de). Infos zur Postkarte gibt es hier: https://ipu-ev.de/postkarte/.
Täglicher Schreibanreiz
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Describe one positive change you have made in your life. | Beschreibe eine positive Veränderung, die du in deinem Leben vorgenommen hast.
„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/
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